„Start 2020“ gekürzt: Bildungsprojekte stehen auf der Kippe

Anitsemitische Beschmierungen an der Tür des Theatervereins. Der Verein setzt sich mit seinen Projekten gegen Antisemitismus ein.

Im Januar hatte die sächsische Regierung ein 220 Millionen Euro schweres Förderprogramm unter anderem für soziokulturelle Projekte beschlossen, das sie im Juni – wegen Corona – auf 60 Millionen einkürzte. Parallel wurden zahlreiche Programme zur Wiederbelebung von Wirtschaft und Kultur aufgelegt. Doch die Kürzung von „Start 2020“ hat Folgen für viele Projekte.

 

 

 

 

 

 

 

Politische Prioritäten richtig gesetzt?

Betroffen sind laut dem Ministerium mehr als 35 Projekte und 11 Bildungsfahrten. Durch eine im Juni beschlossene Kürzung des Sofortprogramms sei jetzt kein zusätzliches Geld mehr für das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen“ übrig. Diese Information erhielt Jutta Stahl-Klimmt vom Ministerium. Sie fragt sich, ob die Prioritäten politisch richtig gesetzt worden seien. Das gesellschaftliche Klima werde wieder rauer: „Eine der ersten Schmierereien, die gleich nach dem Corona-Shutdown auftauchte, war am Leipziger Hauptbahnhof, wo stand: ‚Corona gleich Jude'“, erzählt Stahl-Klimmt.

Ihnen sei sofort bewusst gewesen, an dem Thema ganz dringend weiterarbeiten zu müssen, sagt Stahl-Klimmt. Man könne Verschwörungstheorien nur durch Wissen begegnen und deswegen dürfe man ein Jugendprojekt, an dem jetzt – zu Corona-Zeiten – 40 Jugendliche teilnehmen würden, nicht stoppen.

Kürzungen schlechtes Zeichen für 2021?

Auch am Theaterhaus selbst, das der Verein seit vielen Jahren nutzt, wurden vergangene Woche antisemitische Schmierereien entdeckt. Jutta Stahl-Klimmt hofft nun auf private Spenden und darauf, dass die politischen Entscheidungsträger vielleicht doch ihre Prioritäten überdenken. Denn die Befürchtung ist, dass die jetzigen Kürzungen im sozialen Bereich Vorboten sein könnten. Dafür, dass nach dem Corona-Jahr für das neue Haushaltsjahr 2021 vor allem an den sozialen Projekten gespart werden wird.

Das Audio zum Nachhören:

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/theater-k-foerderprogramm-start-sachsen-antisemitismus-100.html